27.06. 2012


Viele Facetten, viele Bilder, viele Ausstellungen

Jeden Tag etwas Neues ausprobieren? In der Kunst der Fotografie ist es möglich. Klaus Meis (68), Gründer der Fotografischen Gesellschaft Trier, erzählt in der TV-Serie "Mein Verein" über den Fotoclub.

Aufgezeichnet von Ann-Sophie Schindler

Klaus Meis mit einer Kamera aus dem Jahr 1880: „Mit solch einem älteren Gerät kann man gut das System der Verschlusszeit bei einer Kamera zeigen“, sagt der Hobbyfotograf. TV-Foto: Ann-Sophie Schindler 

An der Fotografie beeindrucken mich die Technik und die Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann jeden Tag etwas Neues machen. Einen Fotoclub fand ich schon immer toll. Nur an der Zeit hat es nur gefehlt. Nach meiner Pension war es dann soweit, ich habe die Fotografische Gesellschaft, ein Forum für Amateure, gegründet.
Wenn man einen Verein gründet, fragt man sich immer, wie viele Mitglieder er einmal haben und wie lange er bestehen wird. Ich kann mit stolz sagen, dass wir schon 13 Jahre bestehen und in dieser Zeit unsere Mitgliederzahl mehr als verdoppelt haben.
Wir teilen uns in drei Gruppen auf. In der Multivisionsgruppe geht es um digitale Dia-Showen, in denen unsere Fotos von Musik und Text begleitet werden. Eine andere Gruppe beschäftigt sich mit der digitalen Bildbearbeitung mittels Programmen wie Fotoshop. Die dritte Gruppe befasst sich mit der Bildgestaltung. Hier geht es um das Finden von Ideen und um die Bildkomposition. So ist es einerseits möglich, in kleineren Gruppen zu arbeiten, außerdem interessieren nicht jeden alle Themen.
Eines unserer größeren Projekte ist die Städtepartnerschaft mit unter anderem Metz (Frankreich), Pula (Kroatien) oder Forth Worth (Texas). Wir besuchen die Städte und veranstalten dann wechselseitige Ausstellungen. Das ist ein guter Kulturaustausch. Es ist immer interessant zu sehen, wie anders ein anderer eine Stadt sehen kann. Nächstes Jahr werden wir in Metz fotografieren, weil diese Partnerschaft der Städte dann ihren 50. Geburtstag feiert.
Jedes Jahr im Herbst veranstalten wir eine Jahresausstellung. Das Elisabethkrankenhaus bietet uns seinen Eingangsbereich als Plattform. Dieses Jahr ist das Thema "Landschaft rechts und links der Mosel". Auch mit der Tufa arbeiten wir zusammen. So konnte im zurückliegenden Jahr zum Beispiel die Ausstellung "nAkt" stattfinden.
Ich bin schon so lange in der Fotobranche tätig, dass ich einfach viele Leute kenne. Deswegen machen wir jedes Jahr eine Ausstellung mit einem Fotografen, der nicht aus der Gegend kommt. Dieses Jahr ist es eine Ausstellung zum Thema Sportfotografie. Die Peter-Christian-Schlüschen-Stiftung vergibt seit 2005 jedes Jahr einen Preis für den besten Sportfotografen. Aus deren Repertoire haben wir eine Ausstellung zusammengestellt. Unter anderem werden Arbeiten von Mathias Hangs zu sehen. Es ist wichtig, von anderen zu lernen, auch von Profis. In unserer Fotografischen Gesellschaft ist es möglich, alle Facetten zu erschnuppern. Wir bieten einfach eine Plattform für Gleichgesinnte. Wir haben auch Mitglieder, die gar nicht fotografieren, sondern bloß alte Geräte sammeln."

EXTRA

Die Fotografische Gesellschaft besteht seit 1999. Angefangen hat sie mit 30 Mitgliedern, heute sind es 80. Robert Voigtländer ist mit 14 Jahren das jüngste Mitglied. Das älteste Mitglied ist Elmar Schoenberger mit über 80 Jahren. Ansprechpartner sind Richard Krings, Telefon 0651/186 01, und Klaus Meis, Telefon 0651/87645. Informationen über die aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter: www.foto-trier.de. Bis Samstag ist in der Sparkasse Trier, Standort Theodor-Heuss Allee, eine Gastausstellung zum Thema Sport-Fotografie zu sehen.